Casa Grande

, Cumiasca TI

Das städtisch anmutende Wohnhaus wurde 1886 von wohlhabend zurückgekehrten «Emigranti Blenesi» erbaut. Heute noch sticht die Casa Grande mit ihrer schlichten Eleganz und Grösse im sonst ländlichen Umfeld hervor.

Verfügbarkeit

Ab (pro Woche)
1769.-
6 Personen
3 Schlafzimmer
Privatparkplatz auf Grundstück/Hofanlage
erlaubt
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Beschreibung & Geschichte

Der Weiler Cumiasca liegt an einem Sonnenhang oberhalb der Ortschaft Corzoneso im Bleniotal. Er besteht aus drei stattlichen Häusern, die sich um einen Dorfkern (Nucleo) gruppieren, einer kleinen Kirche und einigen verstreut liegende Einzelbauten. Die Casa Grande mit vorgelagertem, südseitig gelegenem französischem Vorgarten bildet das Mittelstück des Nucleo. Die Ortschaft war bis 1908, als die Strassenverbindung zur im Talboden verlaufenden Strasse eröffnet wurde, sehr abgeschieden und nur über einen steinigen Saumpfad erschlossen. Von 1911-1933 ermöglichte ein mit einem Chevrolet betriebener Autodienst Anschluss zur Bahnlinie der Biasca-Aquarossa-Bahn. Der Bahnbetrieb wurde in den 70er Jahren eingestellt, fast gleichzeitig mit der Schliessung der Schokoladenfabrik Cima Norma in Dangio, dem wichtigsten Arbeitgeber im Tal.

Die Bevölkerung des Weilers lebte vorwiegend von der Alpwirtschaft. Das ärmliche Leben sowie Unwetterkatastrophen zwangen im 19. Jahrhundert viele aus dem Bleniotal zur Auswanderung. So entstand der Begriff «Emigranti Blenesi». Viele Auswanderer blieben mit der wilden Urheimat verbunden, einige kehrten vermögend zurück. Die Casa Grande wurde 1886 von einem wohlhabend zurückgekehrten Zweig der Emigranten-Familie Veglio erbaut, welche in London mit eigenen Caféhäusern, Restaurants und Theatern erfolgreich wirtschaftete und sich nach ihrer Rückkehr im Bleniotal das sehr städtisch anmutende Haus errichtete. Neben den bescheidenen Bauten der Dorfbevölkerung dürfte das herrschaftliche Wohnhaus für viel Aufsehen gesorgt haben.

Über das Leben der Familie Veglio in Cumiasca ist bekannt, dass sie Mitinitiant war, um die Bahn ins Tal zu bringen. Von den zehn Kindern gingen drei ins Kloster, die anderen zogen weg oder wanderten nach Südamerika aus. Das Haus blieb leer und wechselte wohl aus spekulativen Gründen mehrmals den Besitzer. Neue Bewohner erhielt es aber erst wieder, als es in die Hände des heutigen Eigentümers kam, einem bekannten Schweizer Architekten und Galeristen. Dieser war besonders von der einfachen Gebäudestruktur und den für die damalige Zeit typischen Wand- und Deckenmalereien fasziniert. Im Jahr 1982 wurde das Gebäude nach seinen eigenen Plänen architektonisch fachgerecht, sanft und nachhaltig saniert. Die Eingriffe beschränkten sich auf das notwendige Minimum. Neuhinzugefügtes, wie Installationen, neue Türen etc. blieben als solches erkennbar. Die heutige Möblierung stammt vorwiegend aus den 80er-Jahren und schreibt zusammen mit den erwähnten Neuerungen die Geschichte der Casa Grande weiter.

Die Casa Grande befindet sich in Privateigentum und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.

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  1. Historische Fotografien mit den drei stattlichen Häusern von Cumiasca
    um 1900. (Fotograf: Roberto Donetta)

Baukulturelle besonderheiten

Die Casa Grande wurde 1886 von aus London zurückgekehrten wohlhabenden Emigranten erbaut und ist ein eindrückliches Beispiel einer städtisch anmutenden Architektur, die sich am lombardischen Baustil orientiert. Mit den drei weiteren Grosshäusern sticht es im sonst sehr ländlichen Umfeld stark heraus. Bezeichnend für das Haus ist seine absolute Symmetrie, die repräsentativen Wand – und Deckenmalereien aus Bordüren und Blumengirlanden sowie der schwere, traditionell verwendete Granit.

Das villenähnliche Wohnhaus wurde 1981 von einem bekannten Schweizer Architekten und Galeristen erworben und sanft umgebaut und renoviert. Ziel der sorgfältig durchgeführten Sanierung war es, die Ursprünglichkeit des Hauses möglichst vollumfänglich zu belassen. Auf grössere strukturelle Eingriffe ist verzichtet worden. Die alten Holzböden wurden abgeschliffen, die Kamine renoviert, die Wand- und Deckenmalereien durch vorsichtiges Abwaschen aufgefrischt und wo nötig durch Fachleute restauriert.

Die ursprünglichen Fenster mussten aus thermischen Gründen ersetzt werden. Die Idee eines neuen «Badeturms», welcher typologisch richtig an der Rückseite des Hauses geplant war, wurde von der Tessiner Denkmalpflege nicht genehmigt, weshalb die Badeeinheiten zentral in der Hausachse zu platziert wurden. Die Einrichtung aus den 80er-Jahren rundet das Gesamtbild ab.

Das alte, repräsentative Eingangsportal zeugt vom formalen Schönheitssinn der Erbauer. Das Entrée und das Treppenhaus teilen den Baukörper in zwei gleiche Teile. Die quadratischen und rechteckigen Zimmergrundrisse schaffen harmonische Raumproportionen. In der rechten Gebäudehälfte des Erdgeschosses befindet sich die Küche mit einem alten Cheminée, auf der linken Seite eine Garderobe und ein stimmungsvoller Raum mit Bibliothek und Cheminée. Im ersten Stock liegt ein grosses Schlafzimmer mit einer sehr schönen Deckenmalerei und ein neues Bad. Im zweiten Stock wurde der zentrale Gang mit einem kleinen architektonischen Eingriff in das Wohnzimmer einverleibt. Es entstand aus zwei separaten Räumen und wird von zwei weiteren Schlafzimmern flankiert.

Die Hauptfassade der Casa Grande richtet sich nach Süden in den kleinen Nucleo von Cumiasca. Hinter dem Haus liegen drei Geländeterrassen mit mehreren Sitzplätzen und einer grossen Pergola. Die rückseitige Landschaft wird von Treppenhaus und Wohnküche über je eine kleine Brücke erschlossen. Das Haus hat auf der einen Seite einen wunderschönen kleinen französischen Garten und auf den anderen Seiten einen parkähnlichen, mit schönem Baumbestand ausgestatteten Umschwung, der auf der nördlichen Seite durch einen Bach natürlich begrenzt wird.

  1. Die repräsentativen Deckenmalereien konnten teilweise erhalten werden.
  2. In der Wohnküche im Erdgeschoss dominiert ein wohl 200 kg schwerer Granittisch. Die Fensternischen wurden zu funktionellen Arbeitsbereichen.

Informationen zum Ferienhaus

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  1. Grundriss Erdgeschoss
  2. Grundriss erstes Obergeschoss
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  1. Grundriss zweites Obergeschoss

Cumiasca ist ein Weiler der zu Corzoneso gehört und heute ein Teil der Gemeinde Acquarossa ist. Die Casa Grande ist eines von drei stattlichen Häusern im Herzen des Weilers und bildet das Mittelstück über dem Nucleo mit vorgelagertem französischem Garten. Hinter dem Haus befindet sich der direkte Zugang von den drei Parkplätzen zu den privaten Gelände-Terrassen mit Pergola. Der Bus hält eine Gehminute vom Haus entfernt.

Das Grundstück liegt auf 838 m ü. M., ideal für einen tiefen Schlaf in absolut ruhiger Lage. Im Haus befinden sich in der Küche und der Bibliothek zwei bestens funktionierende Cheminées. Ein grosser Weinkeller, der heute als Vorratskeller genutzt werden kann, gehören zum Raumprogramm. An den Hauswänden hängen zeitgenössische Kunstwerke der Eigentümer, die das Einrichtungskonzept geschmackvoll abrunden.

Die Casa Grande ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können. Bitte achten Sie besonders mit Kleinkindern auf die zwei kleinen Brücken von der Küche in den Garten und beim Nordzugang.

Personen: 6

Zimmer: 2 Doppelzimmer, 1 Zweibettzimmer.

Saison: ganzjährig

Kurzferien: Nebensaison, Ostern, Pfingsten und Auffahrt (mindestens 3 Nächte).

Höhe: 838 m ü. M.

Haustiere: auf Anfrage erlaubt.

ÖV: Mit dem Zug nach Biasca, von dort mit dem Postauto bis Aquarossa, umsteigen in Bus Richtung Leontica. Bushaltestelle 200 Meter vom Haus entfernt.

Parkplatz: privat hinter dem Haus.

Aussenbereich: Schöner Garten mit Pergola und Naturwiese, schmaler Südbalkon vor dem Wohnzimmer.

WLAN: ist nicht vorhanden.

Heizung: Umweltfreundliche, neue Zentralheizung.

Ofen / Cheminée: zwei Cheminées im Erdgeschoss.

Küche: Herd, Backofen, Geschirrspüler, Raclette-Set und Waschmaschine vorhanden. Kein Fondue-Set.

Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, weshalb wir Ihnen gute Hausschuhe empfehlen. Im Winter kann es trotz Isolierung auch mal kälter werden, weshalb wir Ihnen warme Kleidung empfehlen. Bitte achten Sie besonders mit Kleinkindern auf die zwei Brücken von der Küche in den Garten und beim Nordzugang, die eine potenzielle Gefahrenquelle bergen können. Im Haus befinden sich viele Kunstwerke, auf die Rücksicht genommen werden muss.

Lage

Carà di Veglio 5, 6722 Corzoneso

Lage

Das Bleniotal ist als eines der schönsten Täler des Nordtessins bekannt und ist gut mit dem Auto und den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Casa Grande liegt in Cumiasca, im ersten Drittel des Bleniotales, auf einer Sonnenterrasse im Westen. Die Fraktion Cumiasca gehört zu Corzoneso, das wiederum seit 2004 zur politischen Gemeinde Acquarossa zählt. Der Weiler wird von einigen Einheimischen und ein paar Feriengästen bewohnt.

Geschichte

Das Dorf Corzoneso, unterhalb des Weilers Cumiasca, wird urkundlich erstmals 1210 als Cursonexe erwähnt. Der Ortsname geht womöglich auf einen lateinischen Personennamen zurück. Eine volksetymologische Erklärung ist, dass Corzoneso eine Verkürzung von «cuore della zona» ist und auf die zentrale Lage der ehemaligen Gemeinde im Bleniotal hinweist. Die Pfarrkirche Santi Nazaro e Celso ist ab 1211 belegt, stammt in der heutigen Form aber aus 1671. Die Kirche San Remigio in Corzoneso Piano geht auf das Jahr 1249 zurück. Für das Jahr 1270 wird ein Pilgerhospiz der Humiliaten bezeugt. Weitere historische Bauten sind die Casa Rotonda, eine frühere Knabenschule und spätere ärmliche Behausung des verkannten Fotopioniers Roberto Donetta, deren Bau 1818 vom aus Corzoneso stammenden Mailänder Geistlichen Giuseppe Donetti gestiftet wurde, sowie die frühere Mädchenschule Casa Communale von 1855. Die ehemalige Ferienpension und Ristorante Alpino, ein mehrstöckiges Gebäude, das erhaben über dem Dorf thront, entstand 1865 im Auftrag der in England und Australien wohlhabend gewordenen Brüder Bozzini. Viele der Dorfbewohner wanderten im 19. Jahrhundert aus sozioökonomischen Gründen aus. Zielländer waren vor allem England und Frankreich, einige zog es auch Australien und die USA. Die wohlhabend zurückgekehrten Emigranten befeuerten im 20. Jahrhundert die Wirtschaft im Tal, förderten Industrie, Bahn- und Strassenbau.

Ausflüge

Das Bleniotal im nördlichen Tessin erstreckt sich vom südlichen Biasca bis hoch zum Lukmanierpass, der nach Disentis führt. Vom warmen Talboden mit Reben über die kunsthistorisch wertvollen Dörfer bis zur hochalpinen Gebirgswelt deckt das Tal die Bedürfnisse von Naturliebhabern vollumfänglich ab. Von Biasca kommend biegt man kurz vor Acquarossa auf eine Serpentinen-Strasse nach Cumiasca ein. Auf dem Weg passiert man die Fraktion Corzoneso und die bekannte Casa Rotonda – Fotoarchiv und ehemaliges Wohnhaus des Fotografen Roberto Donetta (1865 – 1932). Viele Wanderwege im Sommer und ein schneesicheres Skigebiet, das sich auf 2000 m ü. M erstreckt, runden das Angebot ab. Viele kulturell bedeutende romanische Kirchen und ein kleines Museum sind in Fussdistanz erreichbar.

Erleben