Gewinn für Bauten, Feriengäste und Eigentümer

Seit der Gründung konnte die Stiftung Ferien im Baudenkmal fünf Objekte langfristig erhalten und 19 Institutionen oder Privatpersonen die Möglichkeit bieten, ihr Angebot über das Netzwerk von Ferien im Baudenkmal zu vermitteln. Weitere Baudenkmäler können nur durch Spenden, Sponsorengelder oder Legate geschützt, erlebbar gemacht und sinnvoll genutzt werden.

Kerstin Camenisch, Geschäftsführerin Stiftung Ferien im Baudenkmal

Immer wieder kann man den Medien entnehmen, wie wertvolle Baudenkmäler dem Boden gleichgemacht werden. Auf historische Häuser wächst der Druck massiv. Sie seien nicht mehr renovationsfähig, spielten keine Marktpreise ein, kurz, sie müssten weg, heisst es. Doch mit dem Abriss eines solchen Zeitzeugen werden unersetzbare Werte vernichtet. Geschichten vieler Generationen und Regionen, traditionelle Handwerkskunst und ortsbildprägende Objekte werden zerstört.

Dass es auch anders geht, zeigen wir seit mittlerweile zehn Jahren mit unserer Stiftung Ferien im Baudenkmal. Wir übernehmen leer stehende, dem Verfall ausgesetzte Baudenkmäler, renovieren sie sanft und vermieten sie anschliessend als Ferienwohnungen. Damit ist ein doppelter Gewinn möglich. Das Baudenkmal wird gerettet und belebt. Und die Feriengäste können durch das einmalige Ferienerlebnis Baukultur erleben und damit einen Bezug zur regionalen Geschichte und Tradition herstellen.

Vorzeigebeispiel Stüssihofstatt

So zum Beispiel geschehen im letzten Sommer mit der Stüssihofstatt in Unterschächen UR. Das Haus stellt eines der letzten, spätmittelalterlichen Bauwerke im Schächental dar, das noch weitestgehend in seinem Originalzustand erhalten ist. Der ehemalige Besitzer stellte bei der Urner Denkmalpflege einen Antrag auf Inventarentlassung. Durch die Intervention der Denkmalpflege und unsere Übernahme konnte das mittelalterliche Baudenkmal erhalten bleiben. Die Renovationsarbeiten führte Ferien im Baudenkmal unter denkmalpflegerischer Begleitung und unter Wahrung der historischen Substanz durch. Die Zielsetzung, den Charakter des Hauses grösstmöglich zu erhalten, setzten wir exemplarisch um. Dazu gehörte auch, vorhandene Spuren der Nutzung wie zum Beispiel die ausgetretene Treppe oder den verrussten Korridor zu erhalten. Die Feriengäste sollen die Atmosphäre einer Urner Hofstatt erleben können, aber auch die Geschichte des Hauses und seiner Bewohner spüren, ohne auf zeitgemässen Komfort verzichten zu müssen.

Seit der Gründung der Stiftung konnten wir fünf eigene Objekte langfristig erhalten und 19 Institutionen oder Privatpersonen die Möglichkeit bieten, ihr Baudenkmal über unser Netzwerk zu vermieten, um einen Beitrag an dessen Erhalt zu leisten. Für viele dieser Bauten bestanden keine Nutzungskonzepte, und somit konnten auch keine Erträge erwirtschaftet werden. Die Vermietung als Ferienwohnung deckt die Unterhaltskosten und erlaubt Rückstellungen für den langfristigen Erhalt. Die Baudenkmäler können für weitere Generationen Geschichte erlebbar machen.

Weitere finanzielle Unterstützung gesucht

Aktuell warten die nächsten zwei Gebäude auf unsere Intervention. Mit dem Haus Tannen in Morschach SZ, einem zweigeschossigen, im Jahre 1318 erstellten Blockbau, kann durch rasches Eingreifen – denn die Bausubstanz verlangt schnelle Entscheide – eines der ältesten noch erhaltenen Holzhäuser Europas gerettet werden. Dem Taunerhaus in Vinelz BE, einem ortsbildprägenden, regionaltypischen Bielerseehaus, das ungenutzt dem Verfall ausgesetzt ist, soll durch eine sanfte Renovation und spätere Nutzung als Feriendomizil eine langfristige Zukunft gewährt werden.

Doch diese Baudenkmäler können nur durch Spenden, Sponsorengelder oder Legate geschützt, erlebbar gemacht und sinnvoll genutzt werden. Ohne finanzielle Unterstützung können wir die Renovationskosten nicht tragen. Auch wenn wir den Ausbaustandard einfach halten und die Substanzerhaltung priorisieren, brauchen die Bauten engagierte Hilfe. Helfen Sie uns mit Ihrer Zuwendung, damit wir jetzt historische Häuser in der Schweiz vor dem Verfall retten können.

Helfen Sie mit, Baukultur zu erhalten und erlebbar zu machen. Unterstützen Sie uns !

30. April 2015

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