Hochhaus Fellergut - Stiftung Ferien im Baudenkmal

Hochhaus Fellergut

, Bümpliz BE

Die Grossüberbauungen in Bern Bümpliz bieten einen einzigartigen Einblick in die Schweizer Architekturlandschaft insbesondere der Nachkriegszeit. Die Hochhauswohnung Fellergut von 1972 ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Sie befindet sich im 14. und 15. Stock des Hochhauses H10 mit Weitblick bis zu den Berner Alpen.

Verfügbarkeit

Ab (pro Woche)
1400.-
6 Personen
3 Schlafzimmer
Abstellplatz in abschließbarer Parkgarage
nicht erlaubt
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Der gewählte Anreisetag ist ungültig. Bitte wählen Sie einen Alternativtermin im Kalender.
La durée d’un séjour dans ce logement ne peut pas être inférieure à nuits.
Dieses Objekt kann min. Nächte gebucht werden.
La durée d’un séjour dans ce logement ne peut pas dépasser 28 nuits.
Dieses Objekt kann max. 28 Nächte gebucht werden.
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Beschreibung und GEschichte

Das ehemalige Bauerndorf Bümpliz war lange Zeit eine eigenständige politische Gemeinde westlich von Bern, wo sich im 17. und 18. Jahrhundert Berner Patrizierfamilien herrschaftliche Hofgüter und Landsitze errichten liessen. Beeinflusst durch die Zuwanderung im Zuge der Industrialisierung entwickelte sich das Dorf ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Vorort von Bern. Das rasante Bevölkerungswachstum führte schliesslich 1919 zur Eingemeindung und machte die Landreserven im jüngsten, westlichen Stadtteil Berns zum Experimentierfeld für neuen Wohnraum. Grosse Bümplizer Landgüter wie das Tscharner-, das Feller- oder das Schwabgut wurden zu grossflächigen Siedlungsstrukturen umgebaut, stets nach den neuesten städtebaulichen Idealen und Standards. Ab Ende der 1950er Jahre entstand in Bümpliz das damals grösste Wohnbauprojekt der Schweiz.

Das Hochhaus H10, in dem sich die Ferienwohnung befindet, ist Teil der Siedlung Fellergut (1971-1975) und erstreckt sich über 20 Stockwerke. Es liegt in der barocken Gartenanlage des Fellerguts von 1730, am Berner Stadtbach und gegenüber dem Alten Schloss Bümpliz aus dem 13. bzw. 15. Jahrhundert. Im Gegensatz zur Siedlung Tscharnergut (1958-1976), die vor allem preisgünstige Mietwohnungen für Geringverdienende bot, wurde das H10 als Wohneigentumsprojekt konzipiert: 144 Wohneinheiten für den Mittelstand mit Parkplätzen in einer Einstellhalle. Das Konzept war erfolgreich, alle 144 Wohnungen waren innerhalb weniger Tage verkauft. Ein neues, modernes und urbanes Lebensgefühl wurde verwirklicht. Der hohe Wohnkomfort der Bauten zeugt vom wirtschaftlichen Aufschwung dieser Zeit.

Obwohl bis heute viele Wohnungen im Erstbezug sind, ist die anfängliche Begeisterung für die Grosssiedlungen im Laufe der Jahre verflogen. Die hohe bauliche und soziale Dichte führte zum Rückzug des Mittelstandes und Bümpliz wurde abfällig als «Ghetto von Bern» bezeichnet.

Die multikulturelle Idylle der Trabantenstadt Bern West polarisiert bis heute: Die Bewohnerinnen und Bewohner schätzen ihr Quartier, das viele Grün, die Stadtnähe, die gute Verkehrsanbindung und die vergleichsweise günstigen Mieten, während Aussenstehende die Grossüberbauungen als «Betonwüste» empfinden. Das Verständnis und die Sensibilisierung für die Beton- und Systembauten ab 1970 sind im Wandel begriffen. Eine empfehlenswerte Lektüre dazu ist «Die schönsten Bauten 1975 – 2000», eine Publikation des Schweizer Heimatschutzes, oder der „BauKulturErbe Führer Bümpliz-Bethlehem» des Berner Heimatschutzes.

Der Westen Berns bleibt ein Experimentierfeld für den Wohnungsbau mit neuen Einkaufszentren, Hochhäusern und Überbauungen, die zur Linderung der aktuellen Wohnungsknappheit beitragen sollen. Sie bieten die Chance für eine neue soziale Durchmischung des Quartiers. Auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsdebatte ist das Konzept des verdichteten Wohnens interessant: Aufgrund der hohen Wohnraumdichte, der effizienten Infrastruktur und Wärmedämmung bei minimaler Bodenversiegelung sind Hochhäuser durchaus ökologisch. Sie stehen seit über 50 Jahren für nachhaltiges Bauen und erleben derzeit ein bemerkenswertes Comeback in der Stadtplanung.

Die Wohnung im Hochhaus Fellergut befindet sich in Privateigentum und wird über die Stiftung Ferien im Baudenkmal vermietet.

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  1. Aufnahme Bern, Niederbottigen, Bethlehem, Bümpliz, Blick nach Osten 1969. Intakte Bauernhöfe mit der wachsenden Hauptstadt im Hintergrund. (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv.)
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  1. Aufnahme Bümpliz nach 1970: Die ländlichen Bebauungen stehen im Kontrast zu den Systembauten im Hintergrund. (ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv.)
  2. Abendstimmung von der Gemeinschaft Dachterrasse des Hochhauses H10.

Baukulturelle Besonderheiten

Bümpliz weist zusammen mit dem benachbarten Bethlehem eine der bedeutendsten Architekturlandschaften der Schweizer Nachkriegszeit auf. Anhand der Arbeiterwohnhäuser, Reihenhaussiedlungen und Systembauten, die in den ehemaligen Bauerndörfern Bümpliz und Bethlehem entstanden sind, lassen sich alle wichtigen Entwicklungsschritte des Wohnungsbaus im 20. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe zueinander nachvollziehen und zu Fuss erkunden.

Das Hochhaus H10, in dem sich die Ferienwohnung befindet, folgt dem Konzept der «Rue Intérieure» von Le Corbusier, dem bedeutenden Schweizer Architekten und Städteplaner des 20. Jahrhunderts. Das Konzept geht von internen, horizontalen Verbindungen zwischen mehreren vertikalen Zugängen eines Gebäudes aus, um die Kommunikation und Interaktion zwischen den Bewohnern in verdichteten Gebäudestrukturen zu fördern und eine lebendige soziale Atmosphäre zu schaffen. Das Konzept verkörpert eine Zukunft des bezahlbaren Wohnens für alle und einen Traum des gemeinschaftlichen Zusammenlebens, auch über soziale Grenzen hinweg.

Spezifisches Merkmal der Systembauweise ist die Verwendung von seriell hergestellten Bauteilen wie Böden, Decken, Wänden und Fassaden aus vorgefertigten Betonelementen, die auf der Baustelle zusammengefügt werden. Hauptziel dieser Bautechnik war es, durch Vorfertigung und Standardisierung der Bauteile Baukosten und Bauzeiten zu reduzieren, um der wachsenden Bevölkerung der Nachkriegszeit in kurzer Zeit bezahlbaren Wohnraum und funktionale Infrastrukturbauten zur Verfügung zu stellen.

Der Entwurf für das Hochhaus H10 stammt von Hans und Gret Reinhard, einem Berner Architektenehepaar, das das Berner Baugeschehen der Nachkriegsjahre massgeblich prägte und einige der Grosssiedlungen im Bümpliz entwarf. Sie bauten unter anderem die Oberzolldirektion (1947-1951), das Institut für Exakte Wissenschaften (1959-1961) der Universität Bern oder die grosse Schanzenpost (1966) der Berner Bahnhofsüberbauung. An der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) 1958 in Zürich beteiligte sich Gret Reinhard mit dem zentralen Restaurantpavillon.

Die Bausubstanz des Hochhauses H10 befindet sich fast vollständig im bauzeitlichen Zustand. Sehr gut erhalten sind die gemeinsame Dachterrasse im 20. Stock, die Erschliessungsräume, die Waschküche, die Kellerräume im 7. Stock und im Untergeschoss. Die Wohnung ist eine der letzten, die sich nahezu im Originalzustand befindet. Sie befand sich seit 1972 im Besitz der Erstbezüger und wurde nur einmal, im Jahr 2019, umfassend renoviert. Dabei wurde der ursprüngliche Nadelfilz entfernt und ein Plattenboden verlegt. In einigen Räumen wurde ein dünner Verputz aufgetragen. Diese Eingriffe wurden aus ökologischen Gründen bisher nicht rückgebaut. Die Küche und die Nasszellen befinden sich bis auf den Boden im Originalzustand.

Im Jahr 2023 ging die Wohnung an den heutigen Eigentümer, einen bildenden Künstler, über. Er stattete die Wohnung mit zahlreichen Trouvaillen aus der Entstehungszeit des Hochhauses aus und spannte damit ein Netz von Bezügen: So stammt das Ess- und Trinkgeschirr von der documenta 5, die der Berner Ausstellungsmacher Harald Szeemann kuratiert hatte. Die Betten sind mit dem Verbindungssystem «Klem» gebaut, das in der Berliner Akademie der Künste für Ausstellungen verwendet wurde. Das Akademiegebäude gehört zum Ensemble der «Interbau» von 1957, deren Bauten ein wichtiges Vorbild für das Hochhaus H10 waren. In der Wohnung befindet sich eine Erstausgabe der visionären Studie «Limits of Growth» (Grenzen des Wachstums) des Club of Rome, die 1972 im Baujahr publiziert wurde. Der amerikanische Künstler Vincent O. Carter ist mit seinem Buch «The Bern Book», das den Rassismus der Stadt in den 1970er Jahren illustriert, sowie mit einer Originalzeichnung vertreten.

In der Wohnung mischt der Künstler Objekte aus den 1970er Jahren mit Objekten, die aus den 1970er Jahren stammen könnten. Er setzt Gefundenes, Ererbtes, Gekauftes und für die Wohnung Entworfenes zusammen und setzt es in ein neues Licht. Die Grenzen zwischen Innenarchitektur und Kunst sind fliessend. Dabei geht er unter anderem der Frage nach, was aus den 1970er Jahren heute noch sinnvoll und zukunftsweisend ist. Eine ausführliche Dokumentation der Objekte befindet sich in der Ferienwohnung.

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  1. Grossflächiger Eingang und Briefkasten des Hochhauses H10.
  2. Etagenentrée und Begegnungsraum im Stockwerk G des Hochhauses H10.

Informationen zur Ferienwohnung

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  1. Grundriss Eingang/Obergeschoss
  2. Grundriss Untergeschoss

Im 15. Obergeschoss «G» öffnet sich vom Aufzug aus eine grosszügige Begegnungszone, durch die man in die Wohnung Nr. 99 gelangt. Diese ist als Maisonette konzipiert. Man betritt den Eingangsbereich, gelangt in das erste Zimmer und über eine innen liegende Treppe in das darunter liegende Hauptgeschoss.

Nach Osten liegen zwei Schlafzimmer mit Morgensonne, nach Westen öffnet sich das Wohnzimmer mit grossem Balkon, viel Licht und Weitblick. Von dieser Wetterwarte aus sieht man bis zu den Alpen und zum Jura. Die Nasszellen sind inliegend angeordnet.

Die Wohnung Hochhaus Fellergut ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Die Wohnung ist technisch zeitgemäss ausgestattet. Aufgrund der einzigartigen originalen Bausubstanz möchten wir Sie bitten, sich in der Wohnung achtsam aufzuhalten und die Gegenstände mit Respekt zu benutzen.


Personen: 4 (Plus ein Kleinkind bis 2 Jahre); es stehen 2 zusätzliche Matratzen (90×200) für 2 weitere Gäste zur Verfügung.

Schlafzimmer: 1 Doppelzimmer mit zwei Betten (90×200) und 2 Einzelzimmer (90×200). Kinderbett auf Anfrage vorhanden.

Saison: ganzjährig

Kurzferien: ganzjährig

Höhe: 540 m ü. M. Die Wohnung befindet sich im 14./15. Stock, Lift vorhanden.

Haustiere: nicht erlaubt

ÖV: Bahnhof Bümpliz Nord, von dort 2 Minuten Fussweg.

Parkplatz: privater Parkplatz in der Tiefgarage.

Aussenbereich: privater Balkon und gemeinsame Dachterrasse.

WLAN: vorhanden

Heizung: Zentralheizung

Ofen: nicht vorhanden

Küche: Elektrischer Herd und Ofen, Filterkaffeemaschine, Mocca (Bialetti), Raclette und Fondue-Set, Geschirrspüler vorhanden.

Badezimmer: 1 (Badewanne und Waschbecken), 1 separate Toilette, Haartrockner vorhanden.

Waschmaschine: vorhanden.

LAge

Mühledorfstrasse 1, 3014 Bern-Bümpliz

Lage

Bümpliz-Oberbottigen ist der Stadtteil VI der sechs Berner Stadtteile. Er liegt im Westen der Stadt und ist flächen- und bevölkerungsmässig der grösste Stadtteil. Er umfasst die Bezirke Bethlehem, Bümpliz und Stöckacker (diese drei urbanen Gebiete werden umgangssprachlich als «Bern-West» bezeichnet) sowie das ländliche, noch landwirtschaftlich geprägte Oberbottigen. Bümpliz ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Bahnhof Bern oder vom Westside aus in 4 bis 7 Minuten erreichbar, aber auch mit dem Auto ist der Vorort gut zu erreichen. Gegenüber dem Hochhaus befindet sich die Hochschule der Künste Bern. Zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Ärzte, Kinos, Brocki befinden sich in unmittelbarer Nähe.

Geschichte

Das heutige Gebiet wurde schon früh von den Kelten und später von den Römern besiedelt. Der Ortsname wird erstmals 1016 als Pimpenymgis und 1235 als Bimplitz erwähnt. Seit dem 7. Jahrhundert ist eine dem heiligen Mauritius geweihte Kirche belegt, in deren Nähe ab dem 9. Jahrhundert ein hochburgundischer Königshof mit einem hölzernem Wehrbau errichtet wurde, an dessen Stelle heute das Alte Schloss Bümpliz steht. 1742 wurde daneben das Neue Schloss Bümpliz erbaut. 1860 erhielt das Bauerndorf Bümpliz eine Bahnstation (heute: Bern-Bümpliz Süd). Zwischen 1900 und 1910 stieg die Einwohnerzahl von 3323 auf 5286. Das Dorf geriet in finanzielle Schwierigkeiten, weshalb 1907 Verhandlungen über die Eingemeindung in die Stadt Bern begannen, wo viele der neuen Einwohner arbeiteten. Carl Albert Loosli, der «Philosoph von Bümpliz», beschrieb die damaligen Ereignisse in seinem Roman «Es starb ein Dorf» (als Erstausgabe in der Wohnung vorhanden). 1919 war die Eingemeindung abgeschlossen. In der Folge siedelten sich in Bümpliz zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe an, und seit den 1950er Jahren entstanden mehrere Hochhausquartiere, die das Bild des Stadtteils prägen und in der Schweizer Architekturlandschaft einzigartig sind.

Ausflüge

Bümpliz und die nahe gelegene Stadt Bern bieten eine Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten für Natur- und Kulturliebhaber. So zum Beispiel das Zentrum Paul Klee, der Berner Stadtpark Rosengarten oder die Berner Altstadt. In Gehdistanz zum Hochhaus befindet sich das Freibad Weyermannshaus mit dem grössten Wasserbecken Europas und freiem Eintritt, daneben ein Hallenbad und eine Kunsteisbahn. Die Spaziergänge im Quartier bieten ein Architekturpanorama von gut 1000 Jahren. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Naherholungsgebiet Bremgarten mit seinen Wäldern und der Aare.

Buchtipps zur Architektur in Bümpliz

Architekturführer

Der Architekturführer «Bümpliz-Bethlehem – Bauerndorf, Gartenstadt, Plattenbau» der Berner Sektion des Schweizer Heimatschutzes Region Bern Mittelland beginnt mit der umfangreichen Geschichte der ehemaligen Gemeinde Bümpliz und zeichnet deren Entwicklung zum Stadtteil im 19. und 20. Jahrhundert auf. Insgesamt 15 herausragende Wohnüberbauungen aus der Zeit zwischen 1942 und 1988 werden vorgestellt und anhand der Beispiele aufgezeigt, was die Baukultur von heute und morgen daraus lernen kann.

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Kunstführer

Zu den Siedlungen der Nachkriegszeit in Bümpliz-Bethlehem hat die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte einen Kunstführer verfasst. Er beschreibt die wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen sowie die verschiedenen architektonischen Strömungen im Quartier. Ein eigenes Kapitel ist der starken Rolle der Baugenossenschaften und der guten Vernetzung der Architekten mit ihren Auftraggebern gewidmet, die eine Machtkonzentration im Berner Bauwesen begünstigten.

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Erleben