Hochhaus mit Charme - Stiftung Ferien im Baudenkmal

Hochhaus mit Charme

Neu im Angebot: Systembauwohnung aus den 1970er Jahren in Bern-Bümpliz

Mit der Maisonettewohnung im 1972 erbauten Hochhaus Fellergut in Bern-Bümpliz hat die Stiftung ihr jüngstes Baudenkmal eröffnet. Damit macht die Stiftung über 630 Jahre Baukultur erlebbar. Die Wohnung in Systembauweise ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Sie befindet sich im 14. und 15. Stock des Hochhauses H10 mit Weitsicht bis zu den Berner Alpen.

Das Quartier Bern-Bümpliz bietet einen einzigartigen Einblick in die Schweizer Architekturlandschaft der letzten Jahrhunderte. Aus dem einstigen Bauerndorf, in dem Berner Patrizierfamilien im 17. und 18. Jahrhundert herrschaftliche Landsitze errichten liessen, entwickelte sich während der Industrialisierung und in den Nachkriegsjahren ein dicht besiedelter Stadteil von Bern, der zum Experimentierfeld für neuen Wohnungsbau wurde. So stehen heute Bauernhöfe, Schlösser und Herrenhäuser neben Arbeiterwohnhäusern, Reihenhaussiedlungen und Systembauten, die von den wichtigsten Entwicklungsstufen des Wohnungsbaus im 20. Jahrhundert zeugen.

Das rasante Bevölkerungswachstum ab Mitte des letzten Jahrhunderts führte zu einem Mangel an Wohnraum. Eine Antwort darauf war das verdichtete Bauen. Eine kosten- und zeitsparende Lösung bot die Systembauweise, bei der seriell hergestellte Bauteile wie Böden, Decken, Wände und Fassaden aus vorgefertigten Betonelementen auf der Baustelle zusammengefügt wurden.

Die Landreserven des 1919 eingemeindeten jüngsten Stadtteils Bümpliz, insbesondere die freien Landflächen der herrschaftliche Landgüter, wie das Tscharner-, das Feller- oder das Schwabgut, wurden ab den 1950er Jahren nach neuesten städtebaulichen Idealen und Standards zu grossflächigen Siedlungsstrukturen umgestaltet. In Bümpliz entstand das damals grösste Wohnbauprojekt der Schweiz, mit dem ein neues, modernes und urbanes Lebensgefühl verwirklicht wurde. Der hohe Wohnkomfort zeugt vom wirtschaftlichen Aufschwung dieser Zeit.

Das Hochhaus H10, in dem sich die Ferienwohnung befindet, ist Teil der Siedlung Fellergut (1971-1975) und erstreckt sich über 20 Stockwerke. Entworfen wurde das Hochhauses von Hans und Gret Reinhard, einem Berner Architektenpaar, das die Berner Architektur der Nachkriegsjahre massgeblich prägte Der Bau folgt dem Konzept der «Rue Intérieure» von Le Corbusier, das von internen, horizontalen Verbindungen zwischen mehreren vertikalen Zugängen eines Gebäudes ausgeht, um die Kommunikation und Interaktion zwischen den Bewohnern in verdichteten Gebäudestrukturen zu fördern und eine lebendige soziale Atmosphäre zu schaffen.

Die multikulturelle Idylle der Trabantenstadt Bern West polarisiert bis heute: Die Bewohnerinnen und Bewohner schätzen ihr Quartier, das viele Grün, die Stadtnähe, die gute Verkehrsanbindung und die vergleichsweise günstigen Mieten, während Aussenstehende die Grossüberbauungen als «Betonwüste» empfinden.

Das Verständnis und die Sensibilisierung für die Beton- und Systembauten ab 1970 sind aber im Wandel begriffen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wohnungsknappheit und der Nachhaltigkeitsdebatte rückt das Konzept des verdichteten Wohnens wieder in den Fokus. Hochhäuser erleben derzeit ein bemerkenswertes Comeback in der Stadtplanung.

Das Hochhaus H10 und die Wohnung selbst befinden sich nahezu im bauzeitlichen Zustand. Die Einrichtung mit teilweise originalen Gegenständen orientiert sich an den 70er Jahren. 

Die Ferienwohnung «Hochhaus Fellergut» bietet Platz für vier bis sechs Personen. Nach Osten liegen zwei Schlafzimmer mit Morgensonne, nach Westen öffnet sich das Wohnzimmer mit grossem Balkon, viel Licht und Weitsicht. Der Blick reicht über die Grossüberbauungen bis zu den Alpen und zum Jura.

Informationen zur Ferienwohnung:

Personen: 4-6 (plus ein Kind bis 2 Jahre)
Zimmer: 1 Doppelzimmer, 2 Einzelzimmer
Vermietung: ganzjährig
Haustiere: nicht erlaubt

RÜCKFRAGEN AN
Nancy Wolf, Marketing und Kommunikation
T 044 252 28 72, nancy.wolf@fib.ch
Medienmitteilung

21. Mai 2024

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