Bohlen-Ständer, Fachwerk und Block

Zeichnungen: Schule für Holzbildhauerei Brienz

Der Bohlen-STänderbau

Das wichtigste Konstruktionselement dieses Bautyps sind die stehenden Ständer. Die Zwischenräume können mit waagrechten oder senkrechten Bohlen (dicke Bretter) gefüllt werden. Die Laubbäume des Mittellandes, vor allem die Eiche, sind das ideale Holz für die Herstellung der Ständer. Ein schönes Beispiel eines Bohlen-Ständerbaus sind die Fischerhäuser in Romanshorn.

Ständerbau

Der FAchwerkbau

Neben dem relativ einfachen Bohlen-Ständerbau entwickelte sich der anspruchsvollere Fachwerkbau: Er liess mehr Gestaltungsspielraum zu und erlebte im 17. und 18. Jahrhundert mit prächtigen Barockfassaden seine Glanzzeit. Ein Vertreter eines einfachen Fachwerks findet sich in Vinelz, das Taunerhaus.

Diese Konstruktionsart ist im Vergleich zu den anderen Bauarten holzsparend und wird daher ab dem 16. Jahrhundert mit dem Holzmangel auch in Blockbaugebieten eingesetzt. Die Entwaldung im 16. Jahrhundert hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Architektur – es ist nicht nur Mode!

Bauschema eines Thurgauer Fachwerkhauses

Der Blockbau

Weniger Veränderungen hingegen erfuhr der Blockbau: Die einfach anmutende Konstruktionsart blieb seit vorgeschichtlicher Zeit im Wesentlichen dieselbe. Verbreitet ist der Blockbau vor allem im alpinen Raum, wo gerade wachsende Nadelbäume von einer gewissen Länge und regelmässigem Querschnitt wachsen. Dies ermöglichte den Bau von Rundholz- und Kantholzblockwänden, die hohe Dauerhaftigkeit garantieren. Die Blockbautechnik zeigt sich besonders bildhaft am mittelalterliche Haus Tannen in Morschach.

Bauschema eines Blockbaus

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum Ballenberg. Auf dem Ballenberg werden Gebäude aus ländlichen Gegenden der Schweiz ausgestellt und erforscht, die der rasanten Bauentwicklung der 1960-80er Jahre weichen mussten. Das Freilichtmuseum trägt einen wichtigen Teil zur Erhaltung historischer Bausubstanz und der Vermittlung von Baukultur bei.

Quellen und weitere Informationen: Schweizer Bauernhäuser, Max Gschwend und Museumsführer Museum Ballenberg.