Süsses Rahm­tört­chen im Schloss­gut München­wiler – Stiftung Ferien im Baudenkmal

Süsses Rahm­tört­chen im Schloss­gut München­wiler

Text und Bild: Heddi Nieuwsma

Während meines Aufenthaltes im Schlossgut Münchenwiler zeigte sich das Herbstlaub in seinen schönsten Farben. Die Ferienwohnung befindet sich in einem ehemaligen Herrenhaus und wird seit 2020 von Ferien im Baudenkmal geführt. Das Schlossgut befindet sich auf einem kleinen Stück Land, das dem Kanton Bern gehört und ist von allen Seiten vom Kanton Freiburg umgeben. Während Ihres Aufenthalts können Sie in unmittelbarer Nähe der Wohnung zwei Freiburger Süßigkeiten entdecken: den Gâteau du Vully und den Nidelkuchen.

Der östliche Teil des Anwesens, in dem sich das Schlossgut Münchenwiler befindet, stammt aus dem 17. Jahrhundert und diente als Käserei und Wohnhaus. Heute verfügt die Ferienwohnung, in der ich wohnte, über zwei Schlafzimmer für vier Personen. Ferien im Baudenkmal verwaltet eine weitere Wohnung im Obergeschoss des Gutes mit ähnlicher Aufteilung, ebenfalls für vier Personen. Vor den Fenstern der Wohnungen befindet sich ein eleganter Garten mit Blick auf den Schlossturm. Während meines Aufenthaltes sah ich oft Kühe auf den entfernten Weiden grasen.

Ich habe schon im mehreren verschiedenen Ferienwohnungen der Stiftung Ferien im Baudenkmal meine Ferien verbracht. Als jemand, der gerne kocht und backt, bietet jede der Ferienwohnungen eine wunderbare Kombination aus modernen Kücheneinrichtungen und Jahrhunderte alten architektonischen Elementen. Die gut ausgestatteten Küchen haben fast alles, was man braucht. Ich fühle mich in ihnen wie zu Hause, wenn ich Mahlzeiten zubereite und Desserts backe.

Die Ferienunterkünfte liegen zudem oft in ländlichen Gegenden oder in Wohngebieten abseits der großen Touristenrouten und ermöglichen es mir, die kulinarischen Spezialitäten der Schweiz zu entdecken. In der Region des Schlossgut Münchenwiler gibt es zum Beispiel zwei Kuchen aus dem Kanton Freiburg, die aus einem Hefeteig und einem süßen Rahmbelag bestehen. Das Patrimoine Culinaire Suisse (Kulinarisches Erbe der Schweiz), hat diese beiden Kuchen in sein Online-Verzeichnis der traditionellen Schweizer Lebensmittel aufgenommen.

Das erste Gebäck, das ich kurz nach meinem Umzug in die Schweiz im Jahr 2012 kennenlernte, ist der Gâteau du Vully. Ein Freund sagte mir, ich müsse unbedingt eine Bäckerei in Sugiez besuchen, einer französischsprachigen Stadt, die für diesen Kuchen berühmt ist. Vom Schlossgut Münchenwiler aus ist Sugiez mit dem Auto in etwa 12 Minuten zu erreichen. Dort finden Sie eine Bäckerei, die sowohl süße als auch herzhafte Varianten dieses rustikalen Kuchens anbietet. Hier ist ein Rezept, wenn Sie es während Ihren Ferien im Schlossgut Münchenwiler selbst versuchen wollen.

Gâteau du Vully

ZUTATEN

Teig
250 g Weißmehl
½ Teelöffel Salz
50 g Butter, weich
150 ml Milch, lauwarm
10 g frische Hefe, zerbröckelt

Belag
125 g Doppelrahm (45% Milchfett)
1 Eigelb
25 g Zucker
½ Teelöffel Vanillezucker
eine Prise Salz

ANLEITUNG

1. Mehl und Salz in einer großen Schüssel verquirlen. Die weiche Butter in Stücken in die Schüssel geben. In der Mitte der Mehlmischung eine Vertiefung machen und beiseite stellen.

2. Getrennt davon die zerbröckelte frische Hefe in die lauwarme Milch geben. Einige Minuten stehen lassen und dann rühren, bis sich die Hefe vollständig aufgelöst hat.

3. Die Hefemischung in die Mitte der Schüssel mit der Mehlmischung gießen. Verrühren Sie alles zu einem Teig. Mit der Hand auf einer leicht bemehlten Fläche etwa 10 Minuten lang kneten oder einen elektrischen Mixer mit Knethaken verwenden, bis der Teig glatt und elastisch ist.

4. Den Teig in eine Schüssel geben und mit einem feuchten Küchentuch abdecken. Den Teig ca. 1 bis 2 Stunden gehen lassen oder bis er seine Größe verdoppelt hat.

5. Wenn der Teig aufgegangen ist, fetten Sie eine runde Backform mit einem Durchmesser von etwa 25 cm mit Butter ein. Den Teig in die Form drücken und die Seiten hochdrücken, sodass ein Rand entsteht, der verhindert, dass die Cremefüllung über den Rand hinausläuft. Decken Sie den Teig ab und lassen Sie ihn noch einmal etwa 30 Minuten gehen.

6. Wenn der Teig zum zweiten Mal aufgegangen ist, mit den Fingerspitzen tiefe Dellen in den Teig drücken. Die Sahne, das Eigelb, den Zucker und das Salz verquirlen. Die Mischung in die Mitte des Teigs gießen und gleichmäßig auf der Oberfläche verteilen. Im vorgeheizten Backofen 20-25 Minuten bei 220 °C backen. Zum Abkühlen auf ein Gitterrost legen. Dieser Kuchen schmeckt am besten am gleichen Tag, an dem er gebacken wurde (ich mag ihn, wenn er noch ein wenig warm ist).

In der Stadt Murten (französisch Morat) findet man den schweizerisch-deutschen Cousin des Gâteau du Vully, den Nidelkuchen. Das Rezept für diesen süßen Brotkuchen mit Rahmschicht wird von der Bäckerei, die ihn erfunden hat, streng gehütet. Die Oberfläche wird mit einer dünnen Schicht Sahne bestrichen, die einen karamellisierten Geschmack erzeugt. Vom Schlossgut Münchenwiler aus ist die Bäckerei in Murten etwa 10 Autominuten entfernt.

Sie können die Schweizer Rahmtorte selbst herstellen oder diese lokalen Bäckereien besuchen, wenn Sie im Schlossgut Münchenwiler wohnen. Es ist der perfekte Ausgangspunkt, um diese süßen kulinarischen Spezialitäten des zweisprachigen Freiburgs zu erkunden.

Heddi Nieuwsma ist eine Amerikanerin, die in der Westschweiz lebt und sich gerne mit der Schweizer Küche beschäftigt. In ihrem Blog Cuisine Helvetica teilt sie Rezepte und Informationen über regionale Schweizer Lebensmittel sowie über kulinarische Veranstaltungen und Reisen.