Der Bohlen-Ständerbau

Zeichnungen: Schule für Holzbildhauerei Brienz

Schon in prähistorischer Zeit lassen sich Pfostenbauten sowohl im Mittelland, wie auch im alpinen Bereich nachweisen. Bei diesen Häusern steckten senkrechte Pfosten in Erdlöchern. Diese Bauart bildet den Vorläufer des Bohlen-Ständerbaus. Sie ist also die älteste bekannte Bauart der Schweiz.

Aus dem urtümlichen Pfostenbau entwickelte sich der Bohlen-Ständerbau, bei dem senkrechte Ständer auf liegende Schwellen gesetzt wurden. Als Schwellen eignete sich besonders gut Eichenholz, das weniger leicht von der Bodenfeuchtigkeit angegriffen wurde. Später wurde das hölzerne Rahmenwerk auf einen Unterbau angehoben.

Bohlen-Ständerbau

Die grossen Öffnungen im Rahmenwerk wurden mit Hölzern geschlossen. In der Schweiz findet man fast überall liegende Bohlen, die in die senkrechten Ständer eingenutet wurden, daher auch der Name Bohlen-Ständerbau.

In den Fischerhäusern in Romanshorn, erbaut um 1670, sind Bohlenständewände teilweise noch sichtbar.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum Ballenberg. Auf dem Ballenberg werden Gebäude aus ländlichen Gegenden der Schweiz ausgestellt und erforscht, die der rasanten Bauentwicklung der 1960-80er Jahre weichen mussten. Das Freilichtmuseum trägt einen wichtigen Teil zur Erhaltung historischer Bausubstanz und der Vermittlung von Baukultur bei.

Quellen und weitere Informationen: Schweizer Bauernhäuser, Max Gschwend und Museumsführer Museum Ballenberg.

Weitere Erlebnisse