Maison Heidi - Stiftung Ferien im Baudenkmal

Maison Heidi

, Souboz BE

Das Maison Heidi liegt am Ende der Dorfstrasse von Souboz umgeben von Wiesen, Obstgärten und Wald. Das regionaltypische Jurabauernhaus besteht aus einem steinernen Wohnteil und einem angebauten Ökonomieteil aus Holz.

Verfügbarkeit

Ab (pro Woche)
1085.-
4 Personen
2 Schlafzimmer
Privatparkplatz auf Grundstück/Hofanlage
erlaubt
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Der gewählte Anreisetag ist ungültig. Bitte wählen Sie einen Alternativtermin im Kalender.
La durée d’un séjour dans ce logement ne peut pas être inférieure à nuits.
Dieses Objekt kann min. Nächte gebucht werden.
La durée d’un séjour dans ce logement ne peut pas dépasser 28 nuits.
Dieses Objekt kann max. 28 Nächte gebucht werden.
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BESCHREIBUNG UND GESCHICHTE

Das im Jahr 1684 erstellte Maison Heidi liegt idyllisch am Ende des Dorfes Souboz mit einem unverwechselbaren Ausblick auf Wiese und Wald. Die Lage ist geprägt von der Ruhe und der direkten Natur. Das Haus wurde über Jahrzehnte nicht bewohnt. Das ist im Inneren des Wohntraktes daran zu erkennen, dass die ursprüngliche Bausubstanz und Raumstruktur unangetastet vorhanden geblieben sind. Moderne Sanitär-, Küchen- und Heizungsinstallationen wurden bis zur sanften Instandstellung durch die Stiftung Ferien im Baudenkmal im Jahr 2021 nie installiert.

Das Familienleben spielte sich in der grossen Gewölbeküche ab. Die Stube, auch «Belle Chambre» genannt, die durch den zentralen Küchenraum erschlossen ist, zeugt vom einfachen Leben der Erbauerfamilie. Über dem Sandsteinofen in der Stube klettert man durch eine Luke in die darüber liegende Schlafkammer, in der früher die ganze Familie schlief. Nebst der Küche waren das die zwei einzigen beheizten Räume im Winter. Eine weitere Schlafkammer wurde vermutlich erst im 18. Jahrhundert angebaut. Der direkte Zugang von der Küche zum Stall zeugt davon, dass die Bauern die Produkte ihrer Tiere, wie z. B. die Milch nach dem Melken, direkt in der Küche verwerteten und verarbeiteten.

Das Jurabauernhaus war über Generationen in Familienbesitz. Die letzten Bewohner des Hauses waren eine Familie mit acht Kindern. Sie verließen das Haus im Jahr 1943. Seitdem wurde nur noch der Stall genutzt. Obwohl die Eigentümerschaft in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege die Außenfassade samt Fenstern und Dach sorgfältig restaurierte, konnte sie sich nicht mehr um das alte Haus kümmern, weshalb sie es im Jahr 2017 der Stiftung Ferien im Baudenkmal im Baurecht übergab. Das Haus ist nach der verstorbenen Eigentümerin namens Heidi benannt. Das Bauernhaus wurde in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege in Stand gestellt. Ein grosser Teil der Finanzierung der Instandstellung konnte dank einer Partnerschaft mit der Schweizer Berghilfe gesichert werden.
 
Das Maison Heidi befindet sich im Eigentum der Stiftung Ferien im Baudenkmal.

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  1. Die gewölbte Rauchküche vor der Restaurierung 2017.
  2. Die Jahreszahl der Erbauung des Hauses über der Eingangstüre.

BAUKULTURELLE BESONDERHEITEN

Die Waadtländer Architekturhistorikerin Isabelle Roland (kantonale Denkmalpflege Bern, Etude des maisons rurales), die bereits im Rahmen eines Nationalfonds Projektes das bemerkenswerte Werk über Bauernhäuser im Kanton Jura veröffentlichte (2012, Les maisons rurales du canton du Jura), widmete sich der Aufarbeitung und Dokumentation des Bauernhauses Maison Heidi (2019, Les maisons rurales du canton de Berne,  Le Jura bernois). Im Rahmen dieser Publikation wurden dendrochronologische Untersuchungen und Pläne der Maison Heidi erstellt. Die Erkenntnisse dieser Untersuchungen bestätigen das Erbauungsdatum 1684. So wurden gemäss den Ergebnissen die Holzbalken des Erdgeschosses im Herbst/Winter 1682/83 geschlagen und im Frühling 1683 in den Bau integriert. Bei der Maison Heidi handelt es sich um ein wertvolles Jura Bauernhaus, dessen Erhaltung bau- wie auch gesellschaftshistorisch von grosser Bedeutung ist.

Die Tatsache, dass das Maison Heidi seit dem letzten Weltkrieg nicht mehr bewohnt wurde, war im Inneren des Wohnteils bis zur Instandsetzung deutlich spürbar. Dank dessen blieb aber die ursprüngliche Bausubstanz bis heute unangetastet erhalten. Das Haus zählt einen Ökonomieteil aus Holz und einen kleineren steinernen Wohnteil. Von der Eingangstür auf der Ostseite erschliesst sich direkt die grosse gewölbte Räucherküche, an deren Gewölbedecke früher Fleischerzeugnisse geräuchert wurden. Gewölbeküchen gelten als Aushängeschild der ruralen jurassischen Architektur, ganz speziell im Berner Jura und sind bevorzugt aus Kalkstein erbaut. Sie fallen besonders durch ihre stabile Bauweise und Monumentalität auf. Die Küche wurde bei der Restaurierung mit den authentischen, rauchgeschwärzten Wänden belassen.

Die rauchgeschwärzte Küche diente ehemals als Fumoir um das Fleisch zu räuchern, hatte aber auch eine wichtige Rolle auf sozialer Ebene, da sich hier das Familienleben abspielte. Das grosse Küchengewölbe steht typengerecht senkrecht zur Hauptfassade. Der Rauch sammelte sich hier unter der Decke und konnte durch verschiedene Öffnungen in der Holzrückwand in die Scheune entweichen. Der Rauch hielt das Gebälk des Hauses zusammen, indem er das Ungeziefer fernhielt. Das Getreide wurde auf der Galerie (Balkon) über dem Vorderhaus luftig, aber geschützt zum Trocknen aufgehängt.

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  1. Rauchgeschwärzte Mauer in der Küche vor der Restaurierung 2017.
  2. Die „Belle Chambre“ mit Steinofen vor der Restaurierung 2017.

INFORMATIONEN ZUR FERIENWOHNUNG

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  1. Grundriss Erdgeschoss
  2. Grundriss Obergeschoss

Die Instandstellung der Innenräume der Maison Heidi wurde zurückhaltend gestaltet und konzentrierte sich auf die Erhaltung der bestehenden Bausubstanz. Einzig die Einbauten für die Küche und das Bad wurden in einer zeitgenössischen Formensprache ausgeführt. In den zwei Schlafzimmern befinden sich Doppelbetten.

Zwei Aussensitzplätze bieten viel Raum, um sich draussen aufzuhalten. Ein Sitzplatz befindet sich vor dem Haus auf der Wiese und ein zweiter Sitzplatz gedeckt unter der Laube über der Scheune. Die Natur rund um das Haus ist naturbelassen und die Aussicht auf die sanften Jurahügel versprechen viel Ruhe und Entschleunigung.

Das Maison Heidi ist ein historisches Haus, ein Baudenkmal. Obwohl im Übrigen technisch zeitgemäss ausgestattet, möchten wir Sie darauf hinweisen, dass gewisse funktionelle Details wie Fenster- und Türöffner, Treppenhandläufe und Stufenhöhen nicht der gängigen Norm entsprechen und eine eventuelle Gefahrenquelle bergen können.


Personen: 4 (plus ein Kind bis 2 Jahre)

Schlafzimmer: 2 Doppelzimmer, Babybett und -stuhl auf Anfrage

Saison: ganzjährig

Kurzferien: nicht möglich (min. 7 Nächte)

Höhe: 875 m ü. M.

Haustiere: auf Anfrage erlaubt

ÖV: Bus von Moutier aus. Achtung: Am Samstag verkehren keine Busse, Taxiservice steht zur Verfügung.

Parkplatz: Privatparkplatz beim Haus ist vorhanden.

Aussenbereich: Ein gedeckter Sitzplatz unter der Laube, ein Sitzplatz vor dem Haus im Garten.

WLAN: ist vorhanden

Heizung: Bodenheizung und Heizkörper

Ofen: der Ofen ist nicht in Betrieb.

Küche: Herd, Backofen, Geschirrspülmaschine, Mokka-Kaffeemaschine vorhanden.

Badezimmer: 1

Waschmaschine: nicht vorhanden

Extras: Die Böden sind aus Holz und Stein, weshalb wir Ihnen gute Hausschuhe empfehlen. Im Winter kann es trotz Isolierung auch mal kälter werden, weshalb wir Ihnen warme Kleidung empfehlen. Wir bitte Sie den Russ an der Gewölbeküche nicht anzufassen oder zu entfernen.

Bitte beachten Sie: Der Aufstieg zum Sitzplatz in der Laube sowie der Aufstieg über die Ofentreppe in das Doppelzimmer, das über dem Wohnzimmer liegt, sind sehr steil und ist für Kleinkinder und Personen mit Mobilitätseinschränkungen nicht geeignet!

LAGE

47.274253177192854, 7.246470498384879

Lage

Das Straßendorf in 875 m Höhe erstreckt sich über den Kamm eines Vorgebirges. Souboz liegt westlich von Moutier und östlich von Bellelay (Heimat des beliebten Käses «La Tête de Moine») und ist abseits der großen Durchgangsstraßen gelegen. Das Dorf liegt südlich der beeindruckenden Schlucht Gorges du Pichoux und nördlich des Berges Moron. Das Dorfbild ist geprägt von Bauernhäusern, die sich nördlich der Straßenachse befinden, und Speichern im Süden, die aus dem 17. bis 19. Jahrhundert stammen. 7 Brunnen aus dem 19. Jahrhundert säumen ebenfalls die Straße. Souboz besteht aus dem Dorf, dem Weiler Les Ecorcheresses sowie einzelnen Bauernhöfen in Le Pichoux und auf dem Berg nördlich des Dorfes. Der Bauernhof Maison Heidi aus dem 17. Jahrhundert liegt ruhig inmitten einer wunderschönen, für den Jura typischen Landschaft. Souboz ist durch eine Postautolinie an das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen.


Geschichte

Das Bauerndorf Souboz gehört seit Januar 2015 zur Gemeinde Petit-Val, die sich im Kanton Bern befindet. Sie gehört zu den kleinsten Gemeinden im Berner Jura. Souboz ist im Bundesinventar ISOS aufgeführt und gehört damit zu den Orten von nationaler Bedeutung. Es ist kein Zufall, dass der Name Souboz von „Sous le Bois“ (Unter dem Wald) kommt, denn die Natur liegt hier direkt vor unserer Haustür. Für alle Dörfer von Petit-val gibt es einen Tempel, der in den Jahren 1708 und 1709 in Sornetan erbaut wurde. Das Dorf wurde 1398 zum ersten Mal erwähnt. Sein Schicksal ist mit dem ehemaligen Bistum Basel mit der Abtei Moutier – Grandval und der Abtei Bellelay verbunden. Souboz hatte im 19. Jahrhundert etwa 30 Jahre lang eine Ziegelei. Es gibt keine kleinen Geschäfte mehr im Dorf, dafür aber viele kleine lokale Produzenten.

Ausflüge

Es gibt viele Wanderungen, die man direkt vom Haus aus oder einer kurzen Autofahrt aus machen kann. Nicht weit von der Maison Heidi entfernt liegt das Geisskirchlein. Dieser Ausflug führt bis zu einer kleinen Höhle, die den Täufern als Wallfahrtsort dient. Ein Besuch auf den 1336 m hohen Turm von Moron bietet ein Panorama auf den Elsässer Belchen in den Vogesen über die Alpen bis hin zum Schwarzwald. Sehenswert ist auch der Lac Vert, der sich zuhinterst in der Schlucht Pichoux befindet. Ein idealer Ort für ein Picknick in der freien Natur. Das nahegelegene kleine Tal von Soulce zeichnet sich durch seine vielfältige und aussergewöhnliche Pflanzen- und Tierwelt aus. Die Dörfer rund um Souboz können auch gut mit dem Fahrrad erkundet werden.

Kooperation mit der Schweizer Berghilfe

Seit 1943 setzt sich die Schweizer Berghilfe für die Menschen in den Schweizer Bergen ein und unterstützt Projekte, die Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Berggebiet schaffen. Damit wirkt sie der Abwanderung entgegen und sorgt dafür, dass die Bergregionen auch in Zukunft lebendig bleiben.

Seit 2019 gehen die Schweizer Berghilfe und die Stiftung Ferien im Baudenkmal gemeinsame Wege. Die Schweizer Berghilfe unterstützt mit finanziellen Beiträgen die Instandstellung von ausgewählten Objekten der Stiftung Ferien im Baudenkmal in Dorfkernen von Berggebieten.

Mit der Kooperation möchte die Berghilfe ihre Bestrebungen zur Förderung des natur- und kulturnahen Tourismus ausweiten. Gleichzeitig kommt sie ihrem Ziel näher, Dorfkerne in den Bergen als Begegnungsort von Einheimischen und Gästen zu revitalisieren.

Mehr

ARCHITEKTEN, HANDWERKER, EINRICHTUNG

Architektur
Nathalie Kury arch. Sàrl, 2800 Delémont

Inneneinrichtung
atelier karma, 2800 Delémont
Mathieu Kottelat

Da bei der Objektübernahme durch die Stiftung in der Maison Heidi keine Möbel mehr vorhanden waren, musste die Inneneinrichtung neu beschafft werden. Die Möbel stammen mehrheitlich von Schweizer Möbelproduzenten und Schweizer Designern. Diese haben sich grosszügigerweise bereiterklärt, der Stiftung Ferien im Baudenkmal Rabatte zu gewähren.

Wir danken an dieser Stelle allen Beteiligten ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit!

Baumeister
C. Linder Sàrl, 2712 Le Fuet

Zimmermann
A. Hauser SA, 2740 Moutier

Spenglerarbeiten
Zbinden et Joye SA, 2740 Moutier

Elektroanlagen
Christain Kropf SA, 2740 Moutier

Heizungsanlagen
Schaller Olivier Sàrl, 2832 Rebeuvelier

Sanitäranlagenanlagen
Schaller Olivier Sàrl, 2832 Rebeuvelier

Küche
Menuiserie Liechti, 2748 Souboz

Metallbau
Frésard Bois et Métal, 2852 Courtételle

Schreiner
Menuiserie Liechti, 2748 Souboz

Plattenarbeiten
Cédric Minder Sàrl, 2747 Corcelles

Ofenbauer (ohne Inbetriebnahme)
Lack SA, 2740 Moutier

Kalkputz (innen)
Antoine Zürcher, 2748 Les Ecorcheresses

Kant. Denkmalpflege
Michèle Bless, 3001 Bern

Bauherrschaft
Stiftung Ferien im Baudenkmal, 8008 Zürich

Bauherrenvertretung
René Kölliker, 2512 Tüscherz-Alfermée


Möblierung

Wohnzimmer
Sessel: rm58 – vzor; Sofa: open sofa – objekten; Wohnzimmertisch: curved bench – kristina dam; Stehleuchte: awa – teo; Tischlampe: modu – teo und cap – teo; Teppich: waffle – objekten; Schrank: Historischer Bauernschrank aus der Region

Schlafzimmer
Sessel: covent chair – new works; Sideboard: grid sideboard – kristina dam; Schrank: grid cabinet – kristina dam; Nachttischlampe: bowl – new works; Schreibtisch: Uhrenmachermöbel – gestiftet vom Musée jurassien de la vie quotidienne; Stummer Diener: portant – serax

Küche
Kleiderständer: grid coat stand – kristina dam; Hocker: stool – kristina dam; Esstisch: icon – pedrali, Stühle: 1-380 Classic Stuhl – Horgenglarus

Badezimmer
Lampe: material – new works; Tuchhalterung: portant – serax; Lampe: material – new works

Laube
Stuhl: stecca 1 – colos; Hocker; stecca 7 – colos

Gartensitzplatz
Stuhl: c1 – colos

Dank

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern sowie allen Mitglieder:innen unseres Tragwerks, die uns bei der Restaurierung der Maison Heidi mit Beiträgen unterstützt haben, aber nicht genannt werden wollen.

Besonders bedanken möchten wir uns auch bei den folgenden Personen, Stiftungen und Institutionen für ihre Unterstützung:

– Schweizer Berghilfe

Ebenfalls möchten wir uns herzlichst bei den Privatpersonen und Institutionen, die nicht genannt werden wollen, für ihre Unterstützung bedanken. Unser Dank gilt weiter der Eigentümerschaft, die uns die Maison Heidi im Baurecht übergeben hat.

Erleben